Beim Sommerempfang der Sportjugend Frankfurt vor 100 geladenen Gästen

Frankfurts Oberbürgermeister und Sportdezernent Mike Josef bei seiner Eröffnungsrede im Rahmen des Sommerempfangs der Sportjugend Frankfurt wichtige Informationen. Foto: jogo
Frankfurt-Rödelheim. Gut 100 Gäste waren der Einladung zum Sommerempfang der Sportjugend Frankfurt im Freizeit- und Kulturzentrum Brentanobad (Rödelheimer Parkweg 13) gefolgt. Neben der herrlichen Open-Air-Atmosphäre auf dem direkt am Brentanobad gelegenen Areal, mit tollem Buffet, musikalischem Rahmen und einigen Show-Boxkämpfen, kam es auch zum gewünschten informativen Meinungsaustausch und einer speziell für Vereine wichtigen Message des Frankfurter Oberbürgermeisters Mike Josef.

SJF-Vorsitzende Petra Preßler (Mitte) gratulierte dem als Ehrengast eingeladenen „Stadtältesten“ Martin Gerhard unter viel Beifall der 100 geladenen Gästenachträglich zu seinem 80. Geburtstag. Foto: jogo
SJF-Vorsitzende warnt vor Schaden
Nach ihrer offiziellen Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste, darunter viele aktive und ehemalige Mitglieder der Frankfurter Kommunalpolitik, ergriff die SJF-Vorsitzende Petra Preßler die Gelegenheit, um auf ein aktuelles Problem des ehrenamtlichen Vereinslebens hinzuweisen. Sie warnte vor der vom Bundes-Finanzministerium geplanten Herabsetzung des Steuerfreibetrages für Vereine von 5.000 auf nur noch 1.000 Euro.

Mit Erleichterung nahmen die Sommerfestgäste die aktuellen „Steuer-Informationen“ ihres Oberbürgermeisters zur Kenntnis. Foto: jogo
„Steuern werden nicht erhöht!“
Mit Erleichterung nahmen die anwesenden Sport- und Vereinsfunktionäre in diesem Zusammenhang die wenige Minuten später vom Frankfurter Oberbürgermeister und Sportdezernent Mike Josef umgehend klargestellten Fakten zur Kenntnis. „Mein Kenntnisstand ist, dass dieser angesprochene Teil nicht mehr Teil des Kabinettbeschlusses sein soll“. Es könne nicht sein, dass jene Ehrenamtliche, die ohnehin schon jedes Jahr um die Finanzierung bangen noch zusätzlich besteuert werden.
„Der Spiegel“ bestätigt OB-Info
Bestätigt wird die Klarstellung des Frankfurter Oberbürgermeisters inzwischen von verschiedenen Medien. So zitiert z.B. das Magazin „Der Spiegel“ Bundesfinanzminister Lars Klingbeil wie folgt: „Gemeinnützige Vereine, also kleine Sportvereine, Umwelt- und Tierschutzvereine, Wohlfahrts-, Feuerwehr- und Heimatvereine wären nicht betroffen gewesen. Sie sind mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit von fast allen Steuerarten befreit.
Hohe Spende für Projekt „Kindeswohl“
SJF-Geschäftsführer Peter Benesch bedankte sich an diesem Abend auch beim langjährigen Förderer der Sportjugend Frankfurt, dem Unternehmens-Kapitalmanager Björn-Hendrik Robens. Nach seinem mehrjährigen Engagement für das Box- und Tischtenniscamp Gallus über eine Stiftung, und die Übernahme eines großen Teils der Renovierungskosten des SJF-Kulturzentrums Zeilsheim, ermöglichte Robens jetzt durch eine weitere 10.000-Eurospende die Fortsetzung des für die Sportjugend so wichtigen Projektes „Kindeswohl & Inklusion.

Einige boxerische Showeinlagen im Open-Air-Boxring rundeten dieses Event auch sportlich aktiv ab. Foto: jogo
Gefahr für das Boxcamp Gallus
Das zweite von Petra Preßler an diesem Abend angesprochene Problem ist dagegen noch nicht gelöst. So droht dem gut besuchten Box- und Tischtenniscamp der Sportjugend Frankfurt auf dem ehemaligen Teves-Gelände im Stadtteil Gallus das Ende. Der 2005 geschlossener Mietvertrag zwischen Stadt und Sportjugend über das Areal läuft bereits 2030 aus. Derzeit ist völlig offen, was auf diesem Areal anschließend passiert. Es droht der Abriss und eine Neubebauung ohne diese Einrichtung.
„Das wäre fatal für den Stadtteil Gallus“
„Das Box- und Tischtenniscamp ist inzwischen eine über den Stadtteil hinaus anerkannte Sport-, Kultur- und Bildungsstätte. Wenn dieses Box- und Tischtenniscamp irgendwann einmal wegbricht, wäre das fatal für den Stadtteil Gallus und ein Armutszeugnis für die Frankfurter Sportlandschaft“, mahnte Petra Preßler und hofft auf ein baldiges Signal aus dem Römer.
Lob für Arbeit und neue Ideen
Mike Josef ging zwar auf das Thema Boxcamp nicht ein, bedankte sich im Rahmen seiner Rede aber grundsätzlich für die Arbeit der Sportjugend Frankfurt. „Ihr ermöglicht seit 30 Jahren und aktuell 150.000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen über den Sport Begegnungen, Heimat, Gemeinschaft und Perspektiven. Explizit bedankte sich der vielbeschäftigte OB auch für die umgesetzte Idee, anstelle des klassischen Neujahresempfangs erstmals einen lockeren Sommerempfang durchzuführen. „Ich bin froh, dass ihr das so umgesetzt habt und wir nicht mehr in einer Zeit von gefühlt 200 Veranstaltungen in vier Wochen zusammenkommen müssen. Ihr setzt damit Bewährtes fort, habt aber Mut neue Wege zu gehen.“

Nach dem offiziellen Teil nutzten viele Sommerfest-Gäste die kulinarischen Angebote und Gelegenheit zum kommunikativen Austausch. Foto: jogo
Wichtiges Thema Kindeswohl
Mike Josef wies zudem auf das gelungene „professionell evaluierte“ Präventiv-Projekt der Frankfurter Sportjugend in Bezug auf Gewalt auf Frankfurts Sportplätzen hin und das große Engagement des Themas „Kindeswohl“, bei dem die Sportjugend Frankfurt seit nunmehr fast zwei Jahren als professionelle beratende Anlaufstelle für Jugendsportvereine Anlaufstelle ist.
Bis in die Dunkelheit hinein genossen die Sommerfestgäste nach dem offiziellen Teil das kulinarische Angebot und die Möglichkeit sich kommunikativ auszutauschen.
Jochen Golle